Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
 Universitätsmedizin Leipzig

Ein neuer Mechanismus zur Beeinflussung von Immunzellen des Gehirns

Immunzellen des Gehirns spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen, der Entsorgung von Schadstoffen und abgestorbenen Nervenzellen, aber auch für die fehlerfreie Funktion von Nervenzellen. Derzeit wird ein neuer Wirkstoff zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit in klinischen Studien am Menschen getestet. Dieser Wirkstoff hemmt das Enzym Glutaminyl-Cyclase (QC) wodurch die für Alzheimer typischen Proteinablagerungen aus neurotoxischen, Pyroglutamat-modifiziertem Amyloid-Beta vermindert werden.

Darüber hinaus konnten wir in ersten Untersuchungen an Mäusen zeigen, dass auch die Aktivität von Immunzellen im Hirn durch QC moduliert werden könnte. Um Letzteres genauer zu untersuchen, werden Mikrogliazellen des Gehirns von Wildtyp- und QC-knock-out Mäusen in Zellkulturen stimuliert und danach die Fähigkeit zur Herstellung wichtiger Proteine sowie zur Aufnahme und zum Abbau von Schadstoffen analysiert. Mit diesen Untersuchungen sollen die Konsequenzen der QC-Hemmung im Modell gentechnisch veränderter Mäuse genau untersucht und vor allem die Auswirkungen auf Mikrogliazellen besser verstanden werden. Dies könnte Konsequenzen für die Planung und Durchführung zukünftiger klinischer Studien mit sich bringen und helfen, positive Effekte der QC-Hemmung auf Proteinablagerungen mit denen zur Funktion von Immunzellen zu verbinden. Somit könnten mit einem Wirkstoff zwei wichtige Krankheitsprozesse beeinflusst werden.

AFI Plus Symbol

Darstellung der Aufnahme von Zymosan A Biopartikeln (grüne Fluoreszenz) durch Mikroglialzellen (immuncytochemische Markierung mit Iba-1; rote Fluoreszenz). Die Zellen wurden den Zymosan A Biopartikeln für 1 h ausgesetzt, gewaschen, fixiert und der Immunocytochemie zugeführt. Die Zellkerne wurden mit Hoechst-Farbstoff gegengefärbt (blaue Fluoreszenz). Die Anzahl der Partikel pro Zelle wurde in 3D stack images bestimmt und 4 Gruppen zugeordnet. In Mikrogliazellen von QC-KO und isoQC-KO Mäusen wurden mehr Partikel als in Mikrogliazellen von WT Mäusen aufgenommen. Die Unterschiede sind statistisch signifikant * p<0.05 und # p<0.01.

Arbeitsgruppe



Kooperationspartner



Förderung

 
Letzte Änderung: 08.02.2017, 09:37 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Zurück zum Seitenanfang springen
Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung