Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
 Universitätsmedizin Leipzig

Optik der Foveae verschiedener Spezies

Die retinale Struktur höherer Vertebraten ist grundsätzlich ähnlich aufgebaut. Eine Ausnahme bildet dabei unter anderem die foveale Region, deren Form bei verschiedenen Spezies unterschiedlich stark variieren kann oder meistens gar nicht vorhanden ist. Generell weist die Netzhaut gegenüber dem Glaskörper, aus dem sie das Licht empfängt, einen höheren Lichtbrechungsindex auf.

Trifft das Licht mit einem anderen Winkel als 90° auf die Netzhaut, bewirkt das eine Lichtbeugung. Dies ist der Fall an den Wänden der Fovea centralis des Menschen (und höherer Primaten) und mehr noch an der steilen Fovea vieler Vögel/Reptilien oder Fische. Es wurde daher schon vor vielen Jahren die Hypothese aufgestellt - aber nie bewiesen - dass die Vogel-Fovea als eine ‚Vergrößerungslinse' funktioniert und so zur hohen Sehschärfe des Vogelauges beiträgt. Wir haben die Idee entwickelt, dass auch die Wände der Primatenfovea eine Bildverzerrung bzw. eine Bildvergrößerung  in der perifovealen Retina bewirken könnte. Um diese Hypothesen zu prüfen, wollen wir die morphometrischen Charakteristika der Fovea verschiedener Spezies analysieren und das Resultat des Bildtransportes durch die zentrale (foveale) Retina direkt sichtbar machen. Insgesamt zielt das Projekt auf ein verbessertes Verständnis des scharfen fovealen Sehens von Mensch und Tieren ab; insbesondere wollen wir die Effekte einer atypisch geformten oder gar fehlenden Fovea bei Menschen analysieren.

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Putative Bildvergrößerung durch die Fovea-Optik.

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Links: Immunhistochemische Färbung einer spitzen Amselfovea (Turdus merula; Blau Zellkerne, grün Müllsche Gliazellen, rot Zapfensegmente).

Rechts: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Affenfovea (Macaca fascicularis).

Arbeitsgruppe


Kooperationspartner


 
Letzte Änderung: 19.04.2017, 10:41 Uhr
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Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung