Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
 Universitätsmedizin Leipzig

Behandlung der progressiven Myopie (krankhaft fortschreitende Kurzsichtigkeit) mittels Kollagen-Kreuzvernetzung durch Riboflavin/Blaulichtapplikation der Sklera

Progressive Myopie beschreibt eine fortschreitende Kurzsichtigkeit. In schweren Fällen entwickeln sich hieraus Netzhautschäden (Pathologien), die mit massiven, teils irreversiblen Seheinschränkungen verbunden sind und bis hin zur Erblindung führen können. Millionen von Menschen weltweit sind von dieser pathologischen Form der fortschreitenden Kurzsichtigkeit betroffen, für die es bisher noch keine erfolgsversprechende Therapie gibt. Als Ursache der progressiven Myopie werden Veränderungen der biomechanischen Eigenschaften der Lederhaut (Sklera) des Auges diskutiert, die zu einer fortschreitenden axialen Ausdehnung des Augapfels führen.

Unsere Arbeitsgruppe forscht seit 2009 an einem neuen innovativen Therapieansatz zur Behandlung der progressiven Myopie. Beim skleralen Cross-Linking werden biomechanische Eigenschaften der Sklera modifiziert, um so eine pathologische Augenausdehnung zu verhindern. Wir adaptieren dabei ein bereits etabliertes Verfahren zur Behandlung des Keratokonus (korneales Cross-Linking = Kreuzvernetzen der Hornhaut) auf das Lederhautgewebe. Derzeit entwickeln wir den Prototypen des hierfür erforderlichen chirurgischen Substanz- und Lichtapplikationssystems (SAIS = Substance Application and Irradiation System).

Progressive Myopie Plus Symbol

Bei progressiver Myopie führt die biomechanisch zu weiche Sklera zu einem übermäßigen Augenwachstum. Dies kann Degenerationen, Netzhautrisse- und Ablösungen zur Folge haben, welche in massiven Sehbeeinträchtigungen und Blindheit resultieren.

deutsch Plus Symbol

Das Kreuzvernetzen der Kollagenmoleküle (induziert neue chemische Brücken) mittels Applikation von Riboflavin und Blaulicht erhöht die biomechanische Steifheit der Skelra. So kann die axiale Augenausdehnung gehemmt werden.

Arbeitsgruppe


Kooperationspartner

Förderung

 
Letzte Änderung: 19.04.2017, 10:42 Uhr
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Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung