Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
 Universitätsmedizin Leipzig

Der Einfluss perineuronaler Netze auf die Aggregation und Ausbreitung des Tauproteins in der Alzheimerschen Erkrankung

Neurodegenerative Erkrankungen, zu denen als bedeutendste die Alzheimersche Erkrankung (AD) zählt, sind gekennzeichnet durch ein distinktes Muster in Bezug auf den räumlichen und zeitlichen Verlauf histopathologischer Marker. Die AD ist pathologisch durch die Ablagerung von β-Amyloid-Plaques sowie neurofibrillärer Tangles, welche aus nicht-physiologischem, hyperphosphoryliertem Tauprotein bestehen, charakterisiert.

Die Ausbreitung dieser neurofibrillären Tangles steht im direkten Zusammenhang zur neuronalen Dysfunktion und den zerebralen Abbauerscheinungen, die während des pathologischen Verlaufs der AD auftreten. Während die für die AD charakteristischen pathologischen Veränderungen im frühen Krankheitsstadium lediglich in bestimmten Hirnarealen auftreten, kommt es im weiteren Verlauf der Erkrankung zu einer systematischen Ausbreitung in verschiedene Hirnareale. Darüber hinaus kann nicht nur eine selektive Ausbreitung in bestimmten Hirnregionen beobachtet werden, es konnte bereits gezeigt werden, dass nur bestimmte Neuronengruppen von der Krankheit betroffen sind. Dementsprechend weisen Neuronengruppen, welche von einem Aggrekan-basierten perineuronalen Netz (PN) umgeben sind, in der Regel keine neurofibrillären Tangles oder andere Anzeichen von Neurodegeneration der AD auf. Die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen, welche zu einer verringerten Schadanfälligkeit netztragender Neuronen führen, müssen jedoch noch detailliert aufgeklärt werden. Dabei könnten die verschiedenen Komponenten der PNs selbst oder intrazelluläre Faktoren eine essentielle Rolle einnehmen.

Ziel des Projektes ist es, die potentiellen neuroprotektiven Eigenschaften der PNs im Zusammenhang mit den neurodegenerativen Prozessen während der AD zu untersuchen.

Arbeitsgruppe


Förderung

 
Letzte Änderung: 11.06.2020, 11:13 Uhr
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Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung