Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
 Universitätsmedizin Leipzig

Genomische Einzelzellanalyse im Gehirn von Gesunden und bei neurologisch Erkrankten

Wir haben im Zentralnervensystem des Menschen chromosomale „Copy Number Variations" (CHROM-CNV) nachweisen können, die auf Verlust oder Zunahme ganzer Chromosomen oder von Chromosomen-Abschnitten zurückgeführt werden können und die sowohl im gesunden als auch im erkrankten Gehirn von Erwachsenen vorkommen, wie zum Beispiel bei der Alzheimerschen Krankheit (AD). Bei der sporadischen Form der AD beobachteten wir verstärkten Zelltod in Neuronen mit CHROM-CNV. Diese Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Vorkommen von Neuronen mit CHROM-CNV im zentralen Nervensystem von Erwachsenen ein weitverbreitetes Phänomen zu sein scheint.

Obwohl während der Hirnentwicklung Neuronen mit CHROM-CNV durch Apoptose aus dem System entfernt werden können, scheinen einige von ihnen diesem Selektionsmechanismus zunächst zu entgehen und so bis ins ausdifferenzierte Erwachsenengehirn zu persistieren. Ein nun verspätet (oder verzögert)  einsetzender  Zelltod dieser Neuronen kann Mitverursacher von neurodegenerativen Krankheiten des „late-onset"  Typus sein. Jedes dieser Neuronen unterliegt somit einem individuellen Apoptose-Plan, der durch den vorliegenden CHROM-CNV-Typ determiniert wird. Um die genetischen Grundlagen der neuronalen Vielfalt zu verstehen, sind genaue Kenntnisse über Häufigkeit und regionale Verteilung der CHROM-CNN, sowie der hiervon betroffenen Chromosomen notwendig. Diese Aufgabe soll in diesem Projekt gemeinsam mit den Arbeitsgruppen aus Russland, Frankreich und der Türkei bearbeitet werden. Dabei wird das Hochdurchsatz-Screening neuronaler CHROM-CNV mittels objektträgergebundener Zytometrie mit einer chromosomalen Mehrfarben-Interphase-FISH-Analyse und einem Interphase-Chromosomen-spezifischen Multifarben-Banding verknüpft.

Arbeitsgruppe


Kooperationspartner:


Förderung:

ERA Net RUS Plus "Significans"

 
Letzte Änderung: 11.01.2017, 12:16 Uhr
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Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung